Patron der Jugend und der Jugendseelsorger
Johannes Bosco war Bauernsohn; als er zwei Jahre alt war starb der Vater, die Mutter erzog ihn in großer Armut. Mit
neun Jahren hatte er seine Berufungsvision: Er sah in einem Hof eine Horde herumlungernder und fluchender Gassenjungen; als
er dazwischen fahren wollte, sprach ein vornehmer und von innen heraus leuchtender Mann zu ihm: "Stelle Dich an die Spitze
der Jungen! Nicht mit Schlägen, sondern mit Milde, Güte und Liebe musst Du dir diese zu Freunden gewinnen." Auf
seinen Einwand, er könne das nicht, teilte der Mann ihm eine "Lehrerin" zu, eine "majestätische Dame", die ihn in
einer "Vision in der Vision" sehen ließ, wie an Stelle der Buben plötzlich alle möglichen Tiere
herumtollten: Löwen, Schafe, Hunde, Katzen, die sich neckten, spielten und den vornehmen Mann und die Frau freudig
begrüßten. Auf seinen erneuten Einwand, nicht zu verstehen, teilte die Dame ihm mit: "Zu gegebener Zeit wirst Du
verstehen!"
Am 5. Juni 1841 erhielt Johannes Bosco die Priesterweihe und arbeitete in der Seelsorge an der Arbeiterjugend und an
verwahrlosten Jugendlichen in Turin als "Don Bosco". Der Rettung der Jugend galt sein Leben. Er richtete in benachteiligten
Stadtvierteln Schulen ein, dazu Heime und Ausbildungsstätten, nutzte die Möglichkeiten der Presse und gab
Zeitschriften und Bücher heraus. Don Bosco hatte eine großartige Begabung, auf Menschen zuzugehen und sie
für sich und über sich für den Glauben zu gewinnen. Er wird als fröhlich, witzig, heiter und immer
wohlwollend geschildert. Bei Gefängnisexerzitien erwirkte er die ministerielle Sondererlaubnis, mit 300 Gefangenen
einen unbewachten Ausflug zu machen. Keiner nutzte die Gelegenheit zur Flucht.
1846 gründete er das Oratorium vom Heiligen Franz von Sales, ab 1859 organisierte er die Kongregation der Salesianer
mit der Aufgabe der Erziehung schwieriger Jugendlicher, die 1874 von Papst Pius IX. bestätigt wurde. Mit Maria
Mazzarello gründete er 1872 auch die Genossenschaft der Mariahilfschwestern. Schon zu seinen Lebzeiten gab es 250
Häuser in Europa und Amerika, die in seinem Geist arbeiteten. 130.000 Jungen fanden darin ein Zuhause, jährlich
wurden 18.000 Lehrlinge ausgebildet; 6.000 Priester sind allein zu seinen Lebzeiten daraus hervorgegangen.
Johannes Bosco wurde am 2. Juni 1929 selig gesprochen und am Ostersonntag, dem 1. April 1934, von Papst Pius XI. heilig
gesprochen. Don Bosco wird mit Recht als einer der grossen Erzieher betrachtet. Mit seiner Methode, dem Präventivsystem
dass auf "Vernunft, Religion, und Liebe" fusst, erfand er ein ausserordentlich wirksames Vorbild christlicher
Pädagogik. Seine Heime waren stets vom typisch salesianischem Geist erfüllt - ein freudiger Sinn des Lebens, eine
Verpflichtung innerhalb der Gesellschaft zum gemeinschaftlichen Wohlergehen, die Liebe zur Kirche und zum Papst, und die
Hoffnung auf den Himmel.
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